Der Kreiswahlausschuss hat heute das Ergebnis der Kreiswahl offiziell festgestellt. Die GRÜNEN ziehen mit fünf Mitgliedern als Fraktion in den neuen Kreistag des Odenwaldkreises ein – davon sind drei Frauen. Damit liegt der Frauenanteil der GRÜNEN Fraktion bei 60 Prozent.
Insgesamt sind im neuen Kreistag nur noch 9 von 51 Mitgliedern weiblich. Der Frauenanteil sinkt damit von zuvor 29 Prozent auf nur noch 18 Prozent – ein Rückgang um 11 Prozentpunkte. „Das ist ein dramatischer Rückschritt für die gleichberechtigte politische Teilhabe von Frauen im Odenwaldkreis“, erklärt Elisabeth Bühler-Kowarsch, Sprecherin des Kreisverbands von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Odenwaldkreis.
Mit drei der insgesamt neun Frauen stellen die GRÜNEN ein Drittel aller weiblichen Kreistagsmitglieder – trotz ihrer vergleichsweise kleinen Fraktionsgröße. „Dass wir als kleine Fraktion so viele Frauen in den Kreistag entsenden, ist kein Zufall, sondern Ergebnis konsequenter Arbeit für Empowerment und gleichberechtigte Teilhabe“, so Bühler-Kowarsch weiter.
Die Wahlergebnisse zeigen zudem einen klaren Zusammenhang zwischen dem Frauenanteil auf den Wahllisten und der späteren Repräsentation in den Parlamenten: Parteien und Wählergruppen mit einem hohen Frauenanteil auf ihren Listen sind folgerichtig auch mit mehr Frauen im Kreistag vertreten. „Gleichberechtigung entsteht nicht von selbst. Sie muss gewollt, geplant und umgesetzt werden – schon bei der Aufstellung der Listen“, betont Tim Koch, Co-Sprecher des Kreisverbands.
Deutlich wird zugleich, dass konservative und rechte Parteien der gleichberechtigten Repräsentation von Frauen nur geringe oder gar keine Bedeutung beimessen. So findet sich unter den neun Kreistagsmitgliedern der AfD keine einzige Frau. „Das Wahlergebnis macht unmissverständlich klar: Wer Gleichberechtigung nicht ernst nimmt, sorgt aktiv für Ausschluss“, so Koch.
Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist das Ergebnis Ansporn und Verpflichtung zugleich. „Gleichberechtigung fällt nicht vom Himmel – sie wird gemacht. Wir haben bewiesen, dass Haltung und konsequentes Empowerment wirken. Diesen Anspruch werden wir nun auch im Kreistag mit Leben füllen“, erklären Bühler-Kowarsch und Koch abschließend.