Der Kreistag des Odenwaldkreises hat den Antrag der GRÜNEN-Fraktion abgelehnt, die Nutzung von Mährobotern kreisweit auf die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zu beschränken. Ziel des Antrags war ein besserer Schutz von Igeln und anderen nachtaktiven Wildtieren.
„Mähroboter stellen für Igel und andere nachtaktive Wildtiere ein nachweisbares Risiko dar. Mit unserem Antrag wollten wir einen einfachen und verhältnismäßigen Beitrag zum Artenschutz leisten“, erklärt Judith Schreck, Mitglied der GRÜNEN Kreistagsfraktion und des Ausschusses für Umwelt-, Klima- und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Der westeuropäische Igel steht seit 2024 auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten. Neben dem Verlust geeigneter Lebensräume, dem Rückgang des Nahrungsangebots und den Folgen des Klimawandels stellen auch Mähroboter eine zusätzliche Gefahr dar. Da Igel bei Gefahr nicht flüchten, sondern sich einrollen, können die Geräte den Tieren schwere und mitunter tödliche Verletzungen zufügen.
Mit ihrem Antrag orientierten sich die GRÜNEN an anderen hessischen Landkreisen. So haben unter anderem die Landkreise Bergstraße, Gießen, Groß-Gerau und Marburg-Biedenkopf bereits entsprechende Regelungen erlassen.
„Niemandem sollte es unzumutbar sein, den Mähroboter lediglich tagsüber einzusetzen. Eine einheitliche Regelung hätte nicht nur unmittelbar zum Schutz von Igeln und anderen nachtaktiven Wildtieren beigetragen, sondern auch das Bewusstsein für die Problematik geschärft“, so Schreck weiter.
Statt einer Allgemeinverfügung beschloss der Kreistag eine Informationskampagne zu den Gefahren von Mährobotern für nachtaktive Wildtiere. Die GRÜNEN begrüßen, dass das Thema durch die Debatte stärker in
den öffentlichen Fokus gerückt ist, sehen Informationsangebote jedoch nicht als gleichwertigen Ersatz für eine verbindliche Regelung.
„Wir sind gespannt auf die nun beschlossene Informationskampagne und werden ihre Umsetzung aufmerksam begleiten. Gern lassen wir uns davon überzeugen, dass sie die gewünschte Wirkung entfaltet. Unser Ziel bleibt jedoch ein wirksamer Schutz von Igeln und anderen nachtaktiven Wildtieren“, betont Fraktionsvorsitzender Dr. Jonas Schönefeld abschließend.
Hier finden Sie die Rede zur Einbringung des Antrags in der Sitzung des Kreistages am 24.08.2026.