Der Schutz von Umwelt und Natur ist heute wichtiger denn je. Wir müssen nicht nur die Artenvielfalt bewahren, sondern auch Strategien zur Anpassung an den Klimawandel umsetzen. Deshalb fordern wir Aktionspläne und deren kontinuierliche Aktualisierung für Klimaschutz und Klimaanpassung auf Kreis- und Gemeindeebene sowie deren schrittweise Umsetzung mit konkreten Maßnahmen, um unsere Region zukunftsfähig zu machen. Ein zentraler Baustein ist die Renaturierung, um Lebensräume zurückzugewinnen und die Artenvielfalt aus der Krise zu holen. Wir setzen uns für die konsequente Umsetzung des europaweit beschlossenen Renaturierungsgesetzes ein – Blockaden dürfen den Fortschritt nicht länger verhindern.
Mit der Gründung des Landschaftspflegeverbands Odenwaldkreis e.V. begrüßen wir eine zentrale Plattform für Natur- und Umweltschutz. Unser Ziel ist die Zusammenarbeit von Landwirt*innen, Naturschützer*innen, Kommunen und Bürgerinnen und Bürgern, um Kulturlandschaften zu erhalten und bedrohte Lebensräume zu schützen sowie regionale Ökosysteme zu stärken.
Die personelle Ausstattung der Unteren Naturschutzbehörde hat sich verbessert – das ist gut, aber nicht genug. Wir fordern mehr Eigeninitiative für Projekte wie neue Naturschutzgebiete, Naturdenkmale und die Wiedervernässung von Mooren. Aktiver Schutz bedeutet auch, Uferrandstreifen zu sichern und Flächen in Biberrevieren zu erhalten.
Die biologische Vielfalt schwindet dramatisch. Wir müssen jetzt handeln: durch Förderung ökologischer Landwirtschaft, Schutz und Wiedervernässung von Mooren, Erhalt von Wegrandstreifen und Streuobstbeständen sowie die Anlage von Blühstreifen auf kreiseigenen Flächen. Der Schutz von Amphibienbiotopen, die Reduzierung von Lichtverschmutzung, ein Runder Tisch für Artenvielfalt und ein klarer Stopp für Schottergärten sind weitere wichtige Schritte vor Ort.
Auch Wasser und Boden verdienen besonderen Schutz. Wir fordern naturnahe Gewässer und mehr Mittel für die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Klimaanpassung bedeutet Hitzeaktionspläne für alle Kommunen, wobei dem Odenwaldkreis eine wichtige Unterstützungs- und Koordinationsfunktion zukommt. Weitere Maßnahmen beinhalten den Hochwasserschutz und Dürreprävention: Zisternen fördern, Flächen entsiegeln, Dach- und Fassadenbegrünung sowie die Begrünung von Hitzeinseln.
Um Lichtverschmutzung zu reduzieren, wollen wir einen Sternenpark Odenwald nach dem Vorbild der Rhön schaffen – für klare Nächte und den Schutz der Natur. Im Wald setzen wir auf ökologisches statt ökonomischen Managements. Die geplante Neufassung der Naturschutzleitlinie bei Hessen Forst lehnen wir ab, da sie auch im Odenwaldkreis negative Folgen hätte: Keine Freigabe von 440.000 Habitatbäumen zum Einschlag, keine Kahlschläge in europäischen Schutzgebieten. Naturwälder müssen nutzungsfrei bleiben.
Tierschutz ist für uns GRÜNE ein zentrales Thema. Wir wollen den Odenwaldkreis zur Vorreiterregion machen – mit klaren Strukturen, innovativen Konzepten und einem respektvollen Umgang mit Tier und Natur. Dazu gehört die Einrichtung einer*s Kreistierschutzbeauftragten, die/der als kompetente*r Ansprechpartner*in für alle Fragen rund um den Tierschutz fungiert. Außerdem wollen wir einen Tierschutzbeirat für den Odenwaldkreis ins Leben rufen, der als Plattform für den Austausch zwischen aktiven Tierschützer*innen und der Politik dient – nach dem Vorbild des Naturschutzbeirates. Dieser Beirat soll die Koordinierung des freiwilligen Wildtierschutzes und die Unterstützung von Auffangstationen übernehmen, denn hier droht aktuell vieles wegzubrechen. Gleichzeitig wollen wir den Tierschutz durch Dialog und Vertrauensaufbau mit Tierhalter*innen verbessern, um zu praxisnahen Lösungen zu kommen. Unser Ziel ist es, die Anliegen aktiver Tierschützer*innen und Tierschutzorganisationen mit GRÜNER Kommunalpolitik zu verbinden und gemeinsam wirksame Maßnahmen umzusetzen.
Beim Umgang mit Wildtieren setzen wir auf vollständige Finanzierung des Herdenschutzes durch das Land, auf gute Zäune und Herdenschutzhunde statt Symbolpolitik. Abschüsse als Ersatz für Herdenschutz lehnen wir ab. Der Wolf bleibt Teil unserer Natur und war lange vor uns Menschen im Odenwald – wir übernehmen Verantwortung! Wir GRÜNE wollen die politische Kraft sein, die Tierschutz kompetent und innovativ besetzt.