Die Landesregierung aus CDU und SPD plant zum kommenden Schuljahr drastische Stellenkürzungen an Hessens Schulen, die auch den Odenwaldkreis erheblich treffen werden:
Nach Schätzungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen werden im Schulamtsbezirk für den Odenwaldkreis und den Landkreis Bergstraße allein über Kürzungen im Sozialindex ca. 7,5 Lehrkräftestellen wegfallen. Hessenweit werden 300 Stellen aus dem Stellenpool des Sozialindexes gestrichen – das sind fast 50 Prozent aller hier zur Verfügung stehenden Stellen.
Zusätzlich wollen CDU und SPD hessenweit etwa 90 Stellen nur an Integrierten Gesamtschulen und 40 Millionen Euro bei den Deutschförderkursen für geflüchtete Schülerinnen streichen. Insgesamt handelt es sich um Kürzungen in einer Größenordnung von rund 70 Millionen Euro. „Alle drei Kürzungen treffen also allein Bereiche und Maßnahmen, die bisher besonders benachteiligten bzw. förderbedürftigen Schülerinnen zu Gute kommen“, zeigt sich die GRÜNE Landtagsabgeordnete Mirjam Glanz empört. „Die Kürzungen von CDU und SPD sind damit nicht weniger als ein Kahlschlag bei der Bildungsgerechtigkeit in Hessen. Die Handschrift hierbei ist eindeutig. Die CDU nutzt den ‚Konsolidierungsprozess‘ der Landesregierung, um das zu streichen, was ihr immer schon ein Dorn im Auge war. Und die SPD trägt diese Kürzungen am einstigen bildungspolitischen Markenkern der eigenen Partei sehenden Auges mit. Schlimmer noch: Sie hat in den vergangenen Wochen mit Blick auf die Kommunalwahl öffentlich versucht, den Eindruck zu erwecken, sie werde die Kürzungen noch aufhalten – nur um sie am Ende dann doch mitzutragen. Leidtragende sind vor allem die betroffenen Schulen und Schüler*innen, bei denen falsche Hoffnungen geweckt wurden und die ab dem kommenden Schuljahr unter erschwerten Bedingungen arbeiten müssen.“
Mirjam Glanz: „Wir GRÜNEN wollen keine Kürzungen in der Bildung. Wir wollen gezielt dort investieren, wo die Herausforderungen an unseren Schulen am größten sind. Deswegen haben wir Änderungsanträge zum Landeshaushalt eingebracht, um den von CDU und SPD geplanten Kahlschlag bei der Bildungsgerechtigkeit zu verhindern und die Kürzungen bei den Integrierten Gesamtschulen, beim Sozialindex und bei den Integrationsklassen vollständig zurückzunehmen. Ich fordere meinen Kollegen Rüdiger Holschuh von der SPD sowie meine Kollegin Sandra Funken von der CDU auf, im Landtag unseren Änderungsanträgen zuzustimmen, um die Kürzungen an Schulen im Odenwaldkreis noch abzuwenden.“
Hintergrund:
An Integrierten Gesamtschulen werden Schülerinnen unterschiedlichster Hintergründe und Leistungsniveaus gemeinsam beschult und individuell gefördert. Zudem leisten sie in vielen Schulträgerregionen die Hauptarbeit in Sachen inklusiver Beschulung sowie bei den Intensivklassen für geflüchtete Schülerinnen. Aus dem Sozialindex erhalten Schulen, die aufgrund einer extrem heterogenen bzw. förderbedürftigen Schülerschaft besonders herausgefordert sind, zusätzliche Ressourcen – insbesondere integrierte und kooperative Gesamtschulen sowie Grundschulen profitieren hiervon. Mit den Lehrkräftestellen können beispielsweise ergänzende Förderkurse finanziert werden. In den Intensivkursen und -klassen für geflüchtete Schülerinnen erhalten diese eine intensive Deutschförderung vor dem Übergang in die Regelklassen. Hier wird der Grundstein für ihre weitere Schullaufbahn und eine erfolgreiche Integration in die Gesellschaft gelegt. Dass die geplanten Kürzungen auf massiven Widerstand stoßen, zeigt auch eine Petition des Stadtelternbeirats Offenbach gegen die Bildungskürzungen, die bereits von zahlreichen Unterstützerinnen unterzeichnet wurde. Hier geht es zur Petition: https://weact.campact.de/petitions/keine-kurzungen-in-der-hessischen-schulbildung
Hrsg.: Regionalbüro Mirjam Glanz (MdL), Oppenheimer Straße 17 in 60594 Frankfurt a. M., E-Mail: m.glanz2@ltg.hessen.de, Webseite: www.gruene-hessen.de/Landtag/personen/mirjam-glanz/