Bei unserer Kreismitgliederversammlung gestern Abend haben wir unser Programm für die Kreistagswahl 2026 „Gemeinsam Zukunft gestalten“ verabschiedet. Auf insgesamt 26 Seiten und in 14 Kapiteln präsentieren wir ein umfassendes politisches Programm zu Natur- und Klimaschutz, Mobilität, Regionalplanentwicklung, Gleichstellung und Gewaltschutz von Frauen, Bildung, Migration und Integration, Inklusion, Wohnen sowie Gesundheitsversorgung und Finanzen.
„Wie überall in Deutschland stehen auch wir im Odenwaldkreis vor großen Herausforderungen: Klimawandel, Artensterben, Energiewende, soziale Gerechtigkeit und die Sicherung von Bildung und Teilhabe für alle Generationen, um nur einige zu nennen. Wir GRÜNE wollen diese Aufgaben entschlossen anpacken“, erklärt unsere Kreisverbandssprecherin Elisabeth Bühler-Kowarsch, die auch Spitzenkandidatin zur Kreiswahl am 15. März ist.
Klimaschutz, Energie und Mobilität im Fokus
Zu den zentralen Forderungen des Wahlprogramms zählen die Aktualisierung des Klimaschutzkonzepts von 2013, die Einrichtung eines Klimabeirats sowie die Modernisierung des ÖPNV. Ebenso setzen wir auf die Förderung des Radverkehrs, E‑Mobilität und Carsharing. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Energiewende: Hier unterbreiten wir konkrete Vorschläge für eine lokale Umsetzung – mit einer Photovoltaik-Offensive auf Dächern und Konversionsflächen, Bürger*innenbeteiligung und innovativen Konzepten wie dem Strombilanzkreismodell nach dem Vorbild des Main-Taunus-Kreises.
Im Bereich Naturschutz rücken wir Maßnahmen gegen das Artensterben, den Schutz von Wasser und Böden sowie eine moderne Tierschutzpolitik in den Mittelpunkt.
Ein eigenes Kapitel widmet sich der Neuaufstellung des Regionalplans Südhessen – ein zentraler Baustein für die künftige räumliche Entwicklung unserer Region.
Gleichstellung, Schutz vor Gewalt und soziale Gerechtigkeit
Die Umsetzung der Istanbul-Konvention sowie der Schutz von Frauen vor Gewalt bilden einen sozialpolitischen Schwerpunkt. Wir fordern, den bereits begonnenen Maßnahmenkatalog zur Gewaltprävention zügig abzuschließen. Die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten und der Stabsstelle „Chancengleichheit, Integration und Diversität“ müssen dauerhaft personell gestärkt werden, auch bei längeren Abwesenheiten oder Personalwechseln.
Weitere Kernforderungen sind eine verlässliche Finanzierung des Hilfesystems bei häuslicher Gewalt sowie die feste Verankerung der Themen geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt in lokalen Bildungs- und Präventionsprogrammen.
Im Bildungsbereich betonen wir die Bedeutung eines starken, modernen und sozial gerechten Angebots, das allen Kindern und Jugendlichen gleiche Chancen eröffnet.
Migration, Teilhabe und Gesundheitspolitik
Unser Wahlprogramm unterstreicht den Wert von Migration für die Gesellschaft im Odenwaldkreis. Der Kreis soll ein Ort bleiben, an dem Geflüchtete willkommen sind und Schutz finden. Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung treten wir entschieden entgegen – ebenso dem Rechtsruck in gesellschaftlichen und politischen Debatten.
Im Bereich Teilhabe erneuern wir unsere Forderung nach der Entwicklung eines umfassenden Inklusionskonzepts.
In der Gesundheitspolitik betonen wir die Bedeutung des Gesundheitszentrums Odenwaldkreis (GZO) als „medizinisches Rückgrat der Region“ und fordern das Land Hessen auf, im Zuge der Krankenhausreform „eine bedarfsgerechte Krankenhausplanung vorzulegen, die sich nicht auf Mindeststrukturen beschränkt, sondern die tatsächlichen Anforderungen unserer Region widerspiegelt“. Zusätzlich verlangen wir dass das Land Hessen den vom Bund aufgelegten Transformationsfonds zum Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) mit eigenen Mitteln kofinanziert.
Nachhaltige Finanzpolitik für dem Odenwaldkreis: Kommunen stärken, Zukunft sichern
So lautet der Titel des letzten Kapitels unseres Wahlprogramms zur Kreiswahl 2026.
Wir fordern – im Einklang mit der GRÜNEN Landtagsfraktion Hessen – dass 80 % der Bundesmittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen direkt an Landkreise und Kommunen weitergeleitet werden. Zusätzlich soll das Land Hessen den Kommunen eine verlässliche und bessere Grundfinanzierung bieten – kurzfristig durch jeweils mindestens 5 % mehr Mittel in den Jahren 2026 und 2027, eine jährliche Erhöhung der Betriebskostenzuschüsse für Kitas um 2,5 %, die vollständige Weiterleitung der 300 Mio. € aus der Bund‑Länder‑Einigung für Bildungsinvestitionen an die Kommunen sowie eine Kofinanzierung des Transformationsfonds zum Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG)
Für die langfristige finanzielle Stabilität des Odenwaldkreises soll die Haushaltsplanung strategisch ausgerichtet werden – insbesondere anhand von ESG‑Kriterien (Environmental, Social, Governance). Dadurch soll der Kreis nachhaltiger, resilienter und zukunftsfähiger wirtschaften. Entscheidungen dürfen nicht länger nur an kurzfristigen Zwängen ausgerichtet werden, sondern an strategischen Zielen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Faktoren miteinander verbinden.
Das gesamte Wahlprogramm ist seit dem 29. Januar für alle unter https://www.gruene-odenwald.de/kreistagswahl-2026/kreiswahlprogramm-2026-gemeinsam-zukunft-gestalten/ online abrufbar.