ÖPNV

Verkehr, ÖPNV und fahrradfreundlicher Odenwald

Die vormalige rot/grüne-Landesregierung hat mit dem ÖPNV-Gesetz auch für den Odenwald viele Verbesserungen ermöglicht. Von der Gründung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) bis zur Gründung der OREG mit dem Geschäftsbereich Personennahverkehr, City-Bus usw. Es gilt, diese Chancen zu nutzen und Angebote "Weg vom Auto" und "Weg vom Straßenbau" konsequent mit Leben zu füllen.

Odenwaldbahn

Die GRÜNEN begrüßen die Modernisierung der Odenwaldbahn und damit verbunden die besseren und schnelleren Anschlüsse für die Fahrgäste. Die Odenwaldbahn kann aber nur dann zu einer Erfolgsgeschichte werden, wenn vermehrt Pendler ihr Auto stehen lassen können. Da, wo es zu einer Renaissance des schienengebundenen Güterverkehrs kommen könnte, plädieren wir dafür, diese Lösung durch die Verkehrsträger und die Unternehmen aufgeschlossen prüfen zu lassen. Schon eine Reduzierung des überbordenden LKW-Verkehrs könnte manche Straßenbaumaßnahme überflüssig machen. So bietet es sich eine Untersuchung an, ob nicht der komprimierte Müll des kreisansäs-sigen Entsorgungsunternehmens seinen Weg zur Verbrennungsanlage in Darmstadt per Bahn nehmen kann.

Busse und Vertaktung

Der schnellere Bahntakt muss von einer besseren Vertaktung mit den bestehenden Buslinien flankiert werden. Zumal in den späteren Abendstunden, denn auch Nichtauto-fahrer, vor allem Kinder, Jugendliche, Frauen, Arbeitslose, Senioren und umweltbewusste Menschen brauchen Mobilität, um am gesellschaftlichen Geschehen in den Mittel- und Oberzentren teilhaben zu können. Ein kostenneutraler Fahrgastbeirat nach Vorbild der DADINA im Nachbarkreis Darmstadt-Dieburg kann die Kommunikation zwischen Anbieter und Kunden verbessern.

Fahrrad

Die Benutzung des Fahrrads und die Anlage von Fahrradwegen sind im Odenwald zu sehr auf die Rolle in Tourismus und Sport angelegt. Das Fahrrad kann aber auch eine echte Alternative im Berufsverkehr sein. Sowohl im überörtlichen Verkehr als auch zur Andienung an die Bushaltestellen und Bahnhöfe. Hier ist eine sichere Deponierung zu gewährleisten. Kreis und Kommunen sind aufgefordert, gemeinsam einen Radwege-Entwicklungsplan mit Prioritätenliste aufzulegen.

Wir fordern:

- Die fortgesetzte Modernisierung der Odenwaldbahn mit mindestens einen Stundentakt und einer Fahrzeit zwischen Eberbach, Erbach und Darmstadt. Zugver-bindungen sollen bis 24 Uhr vorgehalten werden. Die Fahrtzeit nach Frankfurt muss konsequent verkürzt werden.

- Der "Bau" des modernen Stellwerks in Wiebelsbach muss schnellstens zum Abschluss gebracht werden.

- Eine Wandlung der Bahnhöfe und Haltestellen zu Visitenkarten der Städte und Gemeinden. Dazu bieten sich Patenschaften und pädagogische Maßnah-men an.

- Einen Übergangstarif in den Rhein-Neckar-Verkehrsverbund (RNV).

- Die zügige Fortschreibung des Nahverkehrsplans für den Odenwaldkreis.

- Die Verbesserung der Süd-Verbindungen nach Stuttgart und Heidelberg.

- Die Zweigleisigkeit der Bahnstrecke (etwa zur Güterandienung dort, wo noch größere Betriebe ansässig sind).

- Die Ausrüstung der Triebwagen mit Rußpartikelfiltern (Feinstaub!) und die Umrüstung der Busse auf Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (Biodiesel).

- Im Zusammenhang mit der Einführung einer Odenwälder-Öko-Karte (vgl."Ökologische Region Odenwald") die "Odenwald-Card" zur Benutzung des ÖPNV: Wer als Tourist und/oder Besucher Busse und Bahn benutzt, bekommt Vergünstigungen z.B. bei Museumsbesuchen und beim Einkauf bei Direktver-marktern.

- Die bessere Vertaktung der Buslinien mit den Bahnhöfen und die Ausweitung wichtiger Busverbindungen in die späteren Abendstunden hinein - auch an Wochenenden.

- Die Einrichtung eines Fahrgastbeirates.

- Gemeinsam mit den Fahrrad-Fachverbänden die Auflage eines Radwege-Entwicklungsplans mit einer Prioritätenliste, die dem Fahrrad als echter Verkehrs-alternative gerecht wird.

- Die Fahrradwege sind ordentlich zu befestigen.

- Den Bau eines straßenbegleitenden Radweges vom Mümling- in das Gersprenztal, parallel zu B 47 (Reichelsheim-Michelstadt) oder zur L 3106 (Brensbach-Höchst).

- Die verstärkte Umwelt- und Verkehrserziehung in Schulen und Kindergärten. Unterrichtseinheiten könnten von der OREG vorbereitet werden. Ziel soll sein, Kinder und Jugendliche zum Verzicht auf das "Mama-Papa-Taxi" zu bewegen.

- Vorbildliches Verhalten der PolitikerInnenen durch das vermehrte Benutzen von ÖPNV und Fahrrad.


(beschlossen bei der KMV der Grünen 24.11.2005)

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